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Natur & Kultur  Wirtschaft & Tourismus

Alpenklimagarten Kloster Ettal

Alpenklimagarten Kloster Ettal

Projektzeitraum: 01.04.2017 - 30.11.2017
Projektinitiator: Benediktinerabtei Ettal
Gesamtkosten: 97.747,54 €
Förderfähige Kosten: 82.140,69 €
Fördersatz: 60 %
Förderung: 49.284,47 €
Status: abgeschlossen
Externer Link: www.kloster-ettal.de

Projektinhalt:

  • Wissenschaftliche Erforschung des Klimawandels anhand des von historischen Plänen instandgesetzten Alpenklimagartens im Kloster Ettal. Als wissenschaftlicher Partner fungiert das Karlsruher Institut für Technologie mit der Niederlassung Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Garmisch-Partenkirchen.
  • Projektbeteiligte: Kloster Ettal, Benediktinergymnasium Ettal, Karlsruhe Institute of Technology KIT Garmisch-Partenkirchen, Gemeinde Ettal
  • Wiederherstellung des historischen Alpengartens im Kloster Ettal (Alpinum)
  • Schaffung eines regionalen Zusatzangebots zur Landesausstellung 2018 und darüber hinaus
  • Nachhaltige und langfristige Öffnung des Klostergartens für die Öffentlichkeit
  • Kooperation mit der Wissenschaft im Bereich „Klimaforschung“

Der bundesweit anerkannte Ettaler Wissenschaftler und Klimaforscher Pater Albert Kratzer setzte in den 50er und 60er Jahren die Arbeit seines Mitbruders Frater Alfons fort, der im Klostergarten in Ettal zum Ende der 30er Jahre einen Garten angelegt und gepflegt hat, der einen Querschnitt aller wichtigen Alpenpflanzen abbildete. Das sogenannte Alpinum beinhaltete bereits eine Wetterstation, so dass Daten zu den klimatischen Besonderheiten des Alpenraums aufgenommen werden konnten. Studenten aus ganz Deutschland besuchten den Klostergarten, um Forschungen zu klimatischen Entwicklungen zu betreiben. Noch heute erfährt das Werk Kratzers hohe Anerkennung. An der Universität Duisburg gibt es beispielsweise die Albert Kratzer Klimastation. Mit dem Tod von Frater Alfons Maria Schnitzler, der sich mit anderen um den Erhalt des Alpengartens verdient gemacht hat, ist der Garten in den vergangenen Jahrzehnten leider Stück für Stück verwildert. Momentan wird der Klostergarten ausschließlich landwirtschaftlich genutzt.

Das KIT in Garmisch-Partenkirchen untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf die Region und hat dabei insbesondere auch das Graswangtal im Fokus. Es gibt in diesem Bereich noch keinen Ort, an dem das KIT seine Arbeit präsentieren kann.

Im Jahr 2018 wird die bayerische Landesausstellung „Wald, Gebirg, Königstraum – Mythos Bayern“ in Ettal stattfinden. Teile der Ausstellung werden im Klostergarten stattfinden. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen möchte die Gelegenheit nutzen, die Region möglichst gut zu präsentieren und auch über die Landesausstellung hinaus nachhaltig genutzte Angebote schaffen.

Nicht zuletzt ist der Klostergarten die natürliche Verbindung zwischen dem Kloster und der genossenschaftlich betriebenen Schaukäserei Ettal, einem der zentralen Orte der Regionalvermarktung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Fußläufig ist die Schaukäserei momentan nur über einen schmalen Bürgersteig entlang der Bundesstraße zu erreichen.

Projektziele:

Der Alpenklimagarten soll nach den historischen Plänen und in Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Partner (KIT GAP) wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Er soll den Gästen während der Landesausstellung 2018 und darüber hinaus einen umfassenden Einblick in die Botanik des Landkreises Garmisch-Partenkirchen geben und für wissenschaftliche Klimaforschungen zur Verfügung gestellt werden. Der Alpengarten wird zusätzlich dafür genutzt, die Arbeit des KIT in der Region zu präsentiere und die Bedeutung der Pflanzen, die aus verschiedenen Höhenlagen kommen, für die natürlichen Kreisläufe darzustellen. Dazu erfolgt eine umfangreiche Beschilderung, die unter anderem die Auswirkung des Klimawandels auf einzelne Pflanzen exemplarisch darstellt. Gemeinsam mit dem Benediktinergymnasium werden über P-Seminare Forschungen rund um die Geschichte und die Pflanzen des Alpinums erarbeitet. Zusätzlich soll ein Alpenkräutergarten entstehen, der den für die Landesausstellung geplanten Pavillon mit einem 360°-Panoramas des Graswangtals einbettet. Um dort eine breite Vielfalt präsentieren zu können, wird der Fokus nicht nur auf den Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelegt, sondern auf die Alpen insgesamt und auch das Alpenvorland. Der Klostergarten wird auch über die Landesausstellung hinaus für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben, so dass eine risikoarme neue Verbindung zwischen Kloster und Käserei vorhanden ist.

Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt erfolgt über die vorhandenen Kanäle des Kloster und der Ammergauer Alpen GmbH.

Mit dem Projekt wird ein wichtiger Beitrag zur regionalen Identität geschaffen. Einheimischen und Gästen bietet sich ein umfangreicher Einblick in die Natur und Kulturlandschaft des Landkreises. Gleichzeitig entsteht ein ruhiger Rückzugsraum entlang der Bundesstraße. Mit der Schaffung des neuen Weges wird insbesondere Familien und Senioren der Zugang zur Schaukäserei erleichtert. Vor dem Hintergrund der aktuellen Milchpreisentwicklungen ist jede erdenkliche Stärkung der Schaukäserei von hoher Relevanz, da sie Perspektiven für die heimischen Landwirte bietet und damit den Erhalt der Kulturlandschaft sichert.


Fotos: Benediktinerabtei Ettal, LAG Zugspitz Region

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